Dispokredit vs. Umschuldung – was bedeuten die Begriffe und was ist der Unterschied?

Die Welt der Finanzen gibt viele Begriffe her, zwei von ihnen sind „Dispokredit“ und „Umschuldung“. Wer sich mit der Thematik beschäftigt, der wird die Definitionen kennen. Alle anderen werden wahrscheinlich erst recherchieren müssen, um die Antwort zu erfahren. Fakt ist allerdings, dass beides Kreditformen sind und sich mit Schulden beschäftigen. Auch gibt es deutliche Unterschiede.

Das steckt hinter dem Dispokredit

Grundsätzlich werden Girokonten immer mit einem Dispokredit angeboten. Das heißt, wenn kein Guthaben mehr auf dem Girokonto ist, dann können trotzdem noch diverse Leistungen, wie Abhebungen und Überweisungen, in Anspruch genommen werden. Das Konto rutscht im wahrsten Sinne des Wortes „ins Minus“ und man nutzt indirekt einen Kredit. Eine Tilgung ist übrigens nicht erforderlich, der Minusbetrag wird mit den eingehenden Geldeingängen begradigt. Auch gibt es keine festen Laufzeiten.

Der Nachteil an der Kreditlinie ist allerdings, dass Zinsen für die Inanspruchnahme fällig werden. Diese fallen zwar nur für den Minusbetrag an, doch die Zinssätze können sich stark voneinander unterscheiden. Das liegt daran, weil die Banken selbst darüber entscheiden dürfen und es auch mal mehr als 15 Prozent sein können. Solche überzogenen Werte sollte man sich aber nicht gefallen lassen und einen Bankwechsel in Betracht ziehen. Vertretbare Dispozinsen sollten maximal 8 Prozent betragen.

Die Höhe eines Dispokredits ist natürlich limitiert. Feste Regeln gibt es jedoch nicht, sodass Kunde und Bank sich diese ausmachen. Bei Neukunden ist es meist ein Monatsgehalt, später sind drei Monatsgehälter üblich.

Der Vorteil beim Dispokredit ist, dass Engpässe ohne jeglichen Zusatzaufwand überbrückt werden können. Man muss nichts ausfüllen und sich auch nicht um die Rückzahlung kümmern. Die Gefahr ist aber auch, dass man zu weit ins Minus rutscht und sich nicht über die Konsequenzen bewusst ist. Beim nächsten Gehaltseingang ist es zum Beispiel so, dass der überzogene Betrag direkt berücksichtigt wird. Auch die Zinsen dürfen nicht vergessen werden.

Das steckt hinter der Umschuldung

Spricht man von einer Umschuldung, dann geht es darum, dass ein beziehungsweise mehrere Kredite durch einen neuen abgelöst werden. Klingt auf den ersten Blick merkwürdig, hat aber einen sinnvollen Hintergrund. Die Optimierung des Kredits führt nämlich dazu, dass sich die Konditionen verbessern oder ein neues Kreditmodell in Anspruch genommen werden kann. Die Umschuldung ist sowohl bei der derzeitigen als auch bei einer neuen Bank möglich. Es kommt eben darauf an, welches Finanzinstitut den attraktiveren Kredit anbietet. In diesem Zusammenhang ist der Rat zu einem Kreditvergleich fast schon selbstverständlich, da man mit wenigen Klicks eine erste Indikation erhält und Zeit und Mühe spart.

Die Gründe für eine Umschuldung sind vielfältig und zielen in erster Linie darauf ab, dass geringere Kreditzinsen bezahlt werden müssen. Der Markt ändert sich diesbezüglich täglich, die Lebenssituation aber auch. Da die meisten Kredite Veränderungen aber nicht berücksichtigen, wird es ohne Umschuldung schwierig, diesen anzupassen. So kann man nicht einfach zu einem Fixzinskredit wechseln oder die Laufzeit erhöhen. Letzteres würde zum Beispiel eine geringere Belastung im Monat bedeuten.

Bei all der Freude darf man allerdings die Kosten für eine Umschuldung nicht vergessen. Es geht um den Effektivzinssatz, der zwingend niedriger sein muss. Ansonsten lohnt sich der Wechsel nicht und man kann beim jetzigen Kreditmodell bleiben. Solche Fälle sind zwar relativ selten, kommen aber vor. Je höher der Kredit ist (Thema Hausbau), umso eher schlummert irgendwo ein besseres Kreditangebot. Auch darf man die Vertragsstrafe nicht vergessen, die eventuell im aktuellen Vertrag drinnen steckt. Diese wird bei vorzeitiger Kündigung fällig und liegt bei 1 bis 5 Prozent.

Um das Thema richtig anzugehen, ist die Analyse der momentanen Lebenssituation der wichtigste Schritt. Ist beispielsweise das Einkommen gesunken, so steht bei der Umschuldung ein günstigerer Kredit im Vordergrund. Nach der Bewertung geht es an die Kreditvergleiche, die mit Rechnern im Internet ein Kinderspiel sind. Wer sich nicht so sehr mit der Thematik auskennt, der sollte sich zusätzlich persönlich beraten lassen. Am Ende kommt es dann darauf an, ob ein preiswerteres Kreditmodell gefunden wird oder nicht.

Einen Dispokredit umschulden

Es gibt auch ein Beispiel, bei dem man beide Begriffe miteinander vereinen kann. Dabei geht es darum, dass der Dispokredit umgeschuldet wird. Diese Maßnahme ist für den Kunden optional und macht Sinn, wenn das Girokonto über einen längeren Zeitraum überzogen werden muss. Fatal sind in diesem Fall die hohen Zinssätze, die mit einer Umschuldung auf einen Privatkredit deutlich gesenkt werden können.

Fazit

Wenn das Girokonto überzogen wird, dann spricht man von einem Dispokredit. Dieser eignet sich für kurze Überbrückungen, langfristig ist ein Kredit günstiger.

Wird ein bestehender Kredit (oder mehrere) durch einen neuen, attraktiveren ersetzt, dann handelt es sich um eine Umschuldung. Diese ist zwar mit Kosten verbunden, in den meisten Fällen rechnet sich der Umstieg aber. Außerdem hat man die Chance, den neuen Kredit besser auf die jetzige Lebenssituation abzustimmen. Der erste Weg sollte immer ein Kreditvergleich sein, da dieser kostenlos, komfortabel und sehr übersichtlich ist.

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