Lärm durch Hausmusik: So vermeidet man Konflikte mit dem Nachbarn

Laute Musik ist häufig der Anfang und das Kernproblem vieler Nachbarschaftsstreitigkeiten. Dazu zählt nicht nur laute Musik, die aus einer Anlage dröhnt, sondern ebenso die Klavierstunden der Tochter. Insbesondere in Mietwohnung hat man gleich mehrere Nachbarn, die sich unter Umständen gestört fühlen können.

Selbst wenn die Musik selber nicht als belästigend empfunden wird, heißt es doch so schön: Was den einen freut, ärgert den anderen. Sollten bereits Konflikte entstehen, wird ein Geräusch meistens ohnehin viel schneller als störend empfunden. Doch was, wenn man Musik hören will oder Tonleiter geübt werden müssen? Um eine Eskalation zu verhindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Was sagt die Hausordnung?

Zunächst sollte man auch im Eigeninteresse sicher stellen, dass man sich auch an die geltenden Regelungen hält. Als Mieter ist dafür als erstes die Hausordnung relevant. Bei einer Eigentumswohnung regelt dies das Stockwerkeigentümerreglement. In der Hausordnung sind meistens die Zeiten geregelt, in der Musik laut gemacht und Instrumente geübt werden dürfen. Gibt es keine Regelung dafür, sind in den Polizeiverordnungen der jeweiligen Gemeinden bestimmte Ruhezeiten festgelegt. So kann zum Beispiel werktags ab 7 oder 8 Uhr bis 12 Uhr Musik gehört oder gemacht werden.

Die Mittagszeit gilt als Ruhezeit. Weiter geht es meistens von 13 bis 20 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist ganztägig Ruhezeit. Die Uhrzeiten unterscheiden sich je nach Gemeinde. Die Ruhezeiten lassen sich durch die Hausordnung übrigens grundsätzlich einschränken. Zwei bis drei Stunden täglich muss Musik jedoch erlaubt sein. Selbstverständlich kommt es aber auch ganz entscheidend auf die Lautstärke an. Die Klänge eines normalen Musikinstruments oder die Lautstärke einer Musikanlage bei geschlossenen Fenstern werden meistens nicht als sehr störend angesehen.

Sehr laute Instrumente wie Schlagzeuge benötigen eine Dämpfung. Dröhnt der Bass derartig laut, dass die Wände wackeln oder wird Schlagzeug ohne Dämpfung gespielt, führt dies jedoch zu Imissionen. Art. 684 des Zivilgesetzbuches verpflichtet jedermann sich aller übermäßiger Einwirkung auf die Nachbarn zu enthalten, darunter insbesondere Lärm und Erschütterung. Lärmt ein Nachbar, kann es zu einer Mahnung und wenn diese keinen Erfolg hat, zu einer Kündigung kommen.

Das Gespräch suchen

Sofern die Beziehung noch nicht total zerrüttet ist, ist ein Gespräch immer noch der vielversprechendste und auch einfachste Weg, sich mit seinem Nachbarn zu arrangieren. Bevor man sich selbst über den spießigen Nachbarn ärgert, sollte man herausfinden, ob es nicht Gründe für sein Verhalten gibt. Manche Menschen arbeiten zum Beispiel nachts und fühlen sich verständlicherweise eher gestört, weil sie die Musik am Tag beim Schlafen stört.

Auch emotionale Gründe können ein übereifriges Verhalten von ständig meckernden Nachbarn erklären. Vielleicht hat der Nachbar gerade eine Trennung hinter sich und genau diese Musik erinnert ihn an die Ex-Partnerin. Solche Überlegungen sind wichtig, denn sie nehmen vorab schon mal etwas Groll aus der ganzen Auseinandersetzung. Nicht immer ist ein persönlich anmutendes Verhalten auch persönlich motiviert.

Macht man den ersten Schritt zur Klärung, kann sich der gesamte anbahnende Nachbarschaftskonflikt eventuell in Luft auflösen. Eine Lösung für die Musik lässt sich dann sicher auch finden. Es mag zwar leider Nachbarn geben, die wirklich Freude daran haben, sich ständig zu beschweren, aber einen Versuch ist der Dialog auf jeden Fall wert.

Wenn es nicht anders geht: Kopfhörer

Es wurde alles versucht, aber die Hausordnung schränkt die Zeiten für die Musik ziemlich ein und der Nachbar ruft jedes mal die Polizei an? Umziehen muss man deswegen trotzdem noch nicht. Die einfachste Möglichkeit, Musik so laut zu hören, wie man es mag und die Umwelt davon gleichzeitig komplett zu verschonen, ist das Tragen von Kopfhörern. Der praktische Nebeneffekt davon ist, dass man die Kopfhörer auch überall hin mitnehmen kann.

Kopfhörer gibt es schon lange auf den Markt, aber in den letzten Jahren hat sich die Technik rasant verbessert. Inzwischen benötigt man für seine Kopfhörer beispielsweise keine lästigen Kabel mehr. Kopfhörer sehen außerdem neuerdings nicht nur schick aus, sondern bieten auch einen tollen Sound durch starke Bässe und eine moderne Audiotechnologie, für welchen man sonst eine wirklich teure Anlage bräuchte.

Fazit

Streitigkeiten mit den Nachbarn über Lärm und Musik lohnen sich nicht. Man sollte derartige Konflikte möglichst schnell aus dem Weg räumen und Regelungen finden, mit denen alle zufrieden sind. Dafür ist es natürlich selbstverständlich, dass man sich selbst an die Ruhezeiten hält, welche in der Hausordnung oder in der Polizeiverordnung der jeweiligen Gemeinde verankert sind. Außerdem sollten die Fenster geschlossen sein und der Lärm darf auch nicht so laut sein, dass er zu Immissionen führt.

Sollte es sich um ganz normale Geräusche durch Musik handeln und beschwert sich der Nachbar dennoch, sollte das Gespräch zum Finden einer Lösung gesucht werden. Im besten Fall vermeidet man auf diese Weise weitere Streitigkeiten und verbessert das Nachbarschaftsverhältnis. Sollte auch dies nicht helfen, lohnt sich definitiv die Anschaffung von Kopfhörern. Der Klang hochwertiger Kopfhörer ist ohnehin besonders gut und auf diese Weise kann man an jedem Ort laut Musik hören, ohne jemanden zu stören.

Quellen

  1. https://openairbar.ch/hausmusikabend-streit-mit-den-lieben-nachbarn-vermeiden/
  2. https://haushaltsapparate.net/moderne-kopfhoerer-fuer-musik-und-modefans-im-retro-design/
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